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| | Lehrer : Mobbing : Hinschauen Handeln |
Posted by Admin on 21.05.2002 23:24 (13835 reads)
| Der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer zum Thema Mobbing. Tipps für Lehrer .....
Es bestehen irrtümliche Annahmen zu Mobbing in der Schule? Mobbing bzw. Plagen unter Kindern ist eine besondere Form von negativen Handlungen eines oder mehrerer Kinder ausgesetzt ist. Mobbing-Situationen sind immer durch ein Machtgefälle zwischen Täter und Opfer geprägt.
Mythos 1:
An unserer Schule gibt es kein Mobbing. In vielen Schulen ist man der Überzeug ung, dass Mobbing unter Schülerinnen und Schülern nicht vorkommt. Wird trotzdem ein Fall von Mobbing bekannt, geht man allgemein davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Untersuchungen in verschiedenen Ländern zeigen jedoch, dass ein beträchtlicher Anteil der Schülerinnen und Schüler Mobbing direkt erleben oder Mobbing-Vorfälle beobachten.
Mythos 2:
Mag sein, dass Mobbing an unserer Schule vorkommt, aber es ist harmlos. Schülerinnen und Schüler lösen Mobbing-Situationen selbst. Die in der «SLZ» 9/99 beschriebenen Mobbing-Erfahrungen von Claudius sind ein eindrücklicher Beweis dafür, dass Mobbing nicht harmlos ist: Ständig wurden seine Schulutensilien zerstört sowie seine Brille weggenommen und versteckt. Regelmässig wurde Claudius bedroht und zuletzt tauchte die Clique sogar bei ihm zuhause auf und verwüstete sein Zimmer. Claudius zog sich immer mehr in sich selbst zurück und wurde auch unerreichbar für jene, die zu ihm gestanden wären. Mobbing-Opfer erleben körperliche und/oder seelische Verletzungen sowie soziale Isolation. Untersuchungen zeigen, dass sie oft niemandem von den Vorfällen erzählen. «Ausplaudern» ist bei Schülerinnen und Schülern, ja teils auch bei Lehrpersonen verpönt. In Mobbing-Situationen braucht es Unterstützung von aussen. Opfer können sich nicht mehr selbst wehren (sonst hätten sie es bereits getan).«Wir sind nicht der Ansicht, dass die Vorkommnisse gravierender sind als in anderen Schulen. Trotzdem wollen wir etwas unternehmen gegen bandenmässiges Einschüchtern und Plagen von Kindern, die anders sind.» (Primarschule im Kanton Zürich)
Mythos 3:
Als Lehrerin oder Lehrer kann ich nichts unternehmen gegen Mobbing. Die Lösung heisst Hinschauen und Handeln. Schulen brauchen einerseits eine präventive Anti-Mobbing-Strategie, andererseits wirkungsvolle Lösungen im Umgang mit konkreten Mobbing-Vorfällen. In den letzten Jahren sind verschiedene Lösungsansätze entwickelt und umgesetzt worden (z.B. der «No Blame Approach»).«Wir sind der Überzeugung, dass gemeinsames Handeln in der ganzen Schule von grösserer Wirkung ist als Einzelaktionen in den verschiedenen Klassen. Ferner ist es für uns ein Hauptanliegen geworden, nicht nur zu reagieren, sondern auch wirksame Verfahren zur Prävention von Gewalt in verschiedenen Formen zu finden. Ziel ist dabei, dass möglichst alle Mitglieder unserer Schule - ob Kinder oder Erwachsene - angstfrei zur Schule gehen können.» (Primarschule im Kanton Zürich)
?und es gibt wirkungsvolle LösungenWas können Opfer tun? Opfer müssen sich an eine Person wenden, die ihnen helfen kann. Viele Opfer schämen sich, dass sie gemobbt werden. Deshalb leiden sie oft still vor sich hin und verstecken sich.Was können Klassenkameradinnen und Klassenkameraden tun? Schülerinnen und Schüler müssen einer erwachsenen Person vom Mobbing-Geschehen erzählen. Dabei dürfen sie nicht aufgeben, bis ihnen jemand zuhört.
Was können Lehrerinnen und Lehrer tun?
Lehrpersonen können Schülerinnen und Schüler ermutigen, über Mobbing-Vorfälle zu berichten. Opfer müssen geschützt und unterstützt, Täterinnen und Täter zur Rede gestellt (nicht vor der Klasse) und aktiv in die Lösung einbezogen werden. Eine präventive Massnahme ist die Vereinbarung von Klassenregeln gegen Mobbing.
Was können Eltern tun?
Eltern müssen Warnsignale ernstnehmen, beispielsweise wenn ihr Kind nicht mehr in die Schule gehen will, sich oft krank fühlt, Alpträume hat oder Schulsachen beschädigt nach Hause bringt. Bei Verdacht auf Mobbing sollen sie die Schule informieren und fordern, dass gehandelt wird. Es wird jedoch nicht empfohlen, dass die Eltern selbst mit der Täterin oder dem Täter Kontakt aufnehmen.Was können Schulen und Gemeinden tun? Schulen können in Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern Anti-Mobbing-Strategien entwickeln. Schülerinnen und Schüler müssen sorgfältig beaufsichtigt und Mobbing-Vorfälle dokumentiert werden. Schulen dürfen nie aufhören, gegen Mobbing zu kämpfen!
 Das Poster Mobbing Hinschauen Handeln kann man kostenlos hier bestellen: Einsenden an: LCH-Service Postfach 189 8057 Zürich oder per Fax 01 311 83 15. Quelle: http://www.lch.ch/Medien/Aktuell/mobbing_20_99.htm
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